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Gibt es nach Corona noch Vielflieger?

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Keine Frage, Corona hat die Luftfahrt und die gesamte Tourismusbranche verändert. Darüber habe ich in diesem Beitrag bereits geschrieben. 

Heute möchte ich speziell auf Flüge und die damit verbundenen Vielfliegerprogramme eingehen. Ich zeige euch drei Trends und die Auswirkungen, die diese Trends auf die Luftfahrtbranche und auf unsere Gesellschaft haben.

Massive Änderungen bei Geschäftsreisen

Der erste Trend ist, dass Unternehmen sparen müssen. Es gibt so gut wie keine Branche, die nicht ordentlich durchgeschüttelt wurde. Die Wirtschaft kühlt sich ab, wir rutschen in eine Rezession, vielleicht sogar eine Depression.

Logische Folge: Die Unternehmen sparen wo es geht, und das betrifft auch Geschäftsreisen. Sie stellen einen hohen Kostenfaktor dar, haben im Zeitalter von Online-Videokonferenzen ohnehin den Flair eines Museumsstücks und umweltschädlich waren sie schon immer. Man muss nicht dreimal in der Woche für ein zweistündiges Meeting von München nach New York jetten.

Der Arbeitnehmer muss lange hin- und herpendeln, während er im Flugzeug sitzt, ist er zum Nichtstun verdammt. Der Unternehmer kann seinen Mitarbeiter sechs Stunden oder länger nicht erreichen, weil telefonieren im Flugzeug nicht funktioniert oder verboten ist.

Trotzdem wurde dieser ineffiziente Weg jahrzehntelang beschritten, einfach weil es immer so gemacht wurde und niemand näher darüber nachgedacht hat.

Dann kam Corona und damit verbunden der steile Aufstieg von Home-Office und Videokonferenz-Programmen wie Zoom. Was vorher unmöglich war, nennen die Medien jetzt “das neue Normal”.

Es wird auch nach Corona Geschäftsreisen geben, aber sehr wahrscheinlich nicht mehr so häufig. Die Unternehmen merken langsam, dass hundert Euro für die Zoom-Software günstiger ist als 2.500 Euro für einen völlig unnötigen Flug in der Business-Class.

Schädlich ist das “neue Normal” natürlich für die Fluglinien, vor allem wenn sie bisher hauptsächlich von Geschäftsreisenden gelebt haben. Diese Einnahmequelle versiegt nicht komplett, das Geld sprudelt aber deutlich weniger.

Goldene Zeiten für Billigflieger

Auch Billigflieger wie Ryanair und Easyjet leiden unter der Krise. Sie dürfen sich aber zumindest auf das Ende der Corona-Pandemie freuen. Ihre Kunden scharren ungeduldig mit den Hufen und möchten endlich wieder in den Urlaub fliegen!

Private, günstige Urlaubsreisen werden einen Boom erleben, den du dir nicht mal in den wildesten Träumen vorstellen kannst. Profitieren können davon natürlich nur die Fluglinien, die es schaffen die Krise zu überleben.

Das Ende der First Class

Bereits vor der Krise haben die Airlines immer weniger First Class-Flüge angeboten und sind auf Flugzeuge umgestiegen, die nur Economy und Business Class Bereiche bieten.

Ich sehe das ganz nüchtern. Die Sitze und der Service in der Business Class sind bei den meisten Fluglinien inzwischen so gut, dass es schlichtweg keinen Grund gibt noch mehr für ein Ticket hinzulegen.

Vor zehn Jahren bot Lufthansa fast auf allen Strecken First Class-Flüge an, inzwischen muss man die mit der Lupe suchen.

Auswirkungen hat das nur auf zwei Zielgruppen: Unternehmer oder Rockstars, die aus Prestigegründen First Class fliegen wollen und Leute, die Meilen und Punkte sammeln. In der teuersten Klasse gab es natürlich die meisten Meilen, umgekehrt war es auch toll mit den gesammelten Meilen kostenlos First Class zu fliegen.

Ich denke, die Fluglinien werden das mit mehr Angeboten für Business-Flüge (Business Awards) ausgleichen. Erstens müssen sie die Plätze der jetzt fehlenden Geschäftsreisenden füllen, zweitens müssen sie den Meilensammlern und -einlösern neue, attraktive Prämien bieten.

Das wird nicht gleich nächstes Jahr passieren, aber in drei bis zehn Jahren werden wir das Ende der First Class-Angebote sehen.

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