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HART Arbeiten vs SMART Arbeiten: Das ist der Unterschied

Kennst du die Hustle-Kultur? Sie besteht aus selbsternannten Motivationsrednern, die dich täglich anschreien: “Arbeite hart! Gib niemals auf! Hör niemals auf für deine Träume zu arbeiten!” Die bekanntesten Vertreter dieser Blut, Schweiß und Tränen-Fraktion sind Gary Vaynerchuk und Bodo Schäfer – nur damit du diese Namen mal gehört hast.

Zu den Rednern addiere ich jetzt noch ihre zahlreichen Anhänger, die das vorgekaute Mantra der Redner mehrmals täglich auf Facebook, Instagram und Pinterest wiederkäuen. Arbeite hart! Auch du kannst es schaffen! Lebe deinen Traum! #hustle24/7!

Diese Motivationssprüche, die ich täglich in den sozialen Netzwerken lesen muss, sind inzwischen so muffig und abgestanden, dass sie wie ein altes Grammophon klingen. Wir arbeiten alle auf die eine oder andere Weise hart. Was ist daran neu? 

Ja, wir müssen täglich unseren Träumen nachjagen und dafür sorgen, dass es uns allen gut geht. Aber ist harte Arbeit wirklich der Schlüssel zum Erfolg?

Ein simples Beispiel für harte und smarte Arbeit

Während du hart arbeitest und darum kämpfst, über die Runden zu kommen, drückt irgendwo ein kluger Arbeiter ein paar Tasten oder trifft ein paar Entscheidungen und macht damit deutlich mehr Geld in kürzerer Zeit.

Konkretes Beispiel: Ich kenne viele Leute, die sich monatelang irgendeine Fähigkeit aneignen und vielleicht dafür noch einen teuren Kurs belegen. Anschließend erstellen sie ein Profil auf Fiverr, versuchen verzweifelt Aufträge zu bekommen und erledigen diese Jobs dann für fünf US-Dollar. Das ist Hustle-Kultur in Reinstform, ein Paradies für jeden, der glaubt, dass Erfolg nur durch Blut, Schweiß und Tränen zu bekommen ist.

Ein smarter Arbeiter hingegen recherchiert zuerst die marktüblichen Preise für seine Dienstleistung. Anschließend sucht er sich hochwertige Kunden auf Xing, LinkedIn oder Freelancing-Plattformen und versucht dort Aufträge zu bekommen. Die lässt er dann billig von jemandem auf Fiverr erledigen.

Am Ende des Tages hat der smarte Arbeiter fetten Gewinn gemacht, ohne die Arbeit selbst zu erledigen. Der harte Arbeiter hat 5 US-Dollar verdient, nachdem er seinen Job für den smarten Arbeiter erledigt hat.

Wie hoch der Gewinn für den smarten Arbeiter ausfällt, hängt von der Dienstleistung ab, die er anbietet. Geschäftskunden zahlen beispielsweise für ein professionelles Logo-Design zwischen 500 und 1.300 Euro. Gibt der smarte Arbeiter einem wirklich guten Designer auf Fiverr – dem besten mit den besten Referenzen – 200 Euro für die Gestaltung des Logos, bleibt ihm ein Gewinn zwischen 300 und 1.100 Euro. 

Harte Arbeit und Hustlen sind Synonyme für moderne Sklaverei. Smarte Arbeit ist das Werkzeug der Könige. Arbeite nicht hart, sondern smart.

Als harter Arbeiter wirst du dich wahrscheinlich dein ganzes Leben lang abmühen und immer mehr Arbeit für einen immer geringeren Lohn leisten. Wenn du smart arbeitest, bekommst du die Dinge schneller erledigt und verdienst mehr Geld.

Die idee hinter smarter Arbeit ist, eine Aufgabe schneller und einfacher zu erledigen, ohne zu viele Ressourcen zu verbrauchen. Oder wie es Kapitalisten sagen, maximale Resultate bei minimalem Aufwand erzielen.

Du kannst die Arbeit nicht vollständig aus der Gleichung des Erfolgs entfernen. Sie muss getan werden und sie kann auch hart sein. 

Das Konzept der harten Arbeit – und auch die meisten Motivationssprüche dazu – stammt aus der Zeit der Industrialisierung. Die war zwischen dem 18. und 19. Jahrhundert. Für die Leute damals war harter Arbeit ein echter Segen und das ultimative Erfolgsrezept.

Heute, im 21. Jahrhundert, ist das alles einfach nur veraltet – zumindest für die Klugen. Jeden Tag tauchen neue, intelligente Dinge auf. Roboter, Gadgets, sogar unsere Häuser erledigen für uns Dinge, die wir früher per Hand machen mussten!

Alles wird immer intelligenter und smarter. Macht es da nicht Sinn, ebenfalls intelligent und smart zu werden und ab sofort nur noch die logisch denkende Seite unseres Gehirns zu nutzen? Genau darum geht es bei smarter Arbeit.

Es geht darum, kreativ zu sein und Probleme auf kluge Art zu lösen. Es geht darum, jede Gelegenheit zu nutzen, um Dinge mühelos zu erledigen. Es geht darum, einen einfacheren und effektiveren Weg zu finden, Dinge zu tun. Es geht auch darum, immer wiederkehrende Aufgaben zu automatisieren.

Ein weiteres Beispiel für harte und smarte Arbeit

Nicht jeder will irgendwelche Jobs auf Fiverr erledigen, um seine Reisen oder generell sein Leben zu finanzieren. Ein weiteres, beliebtes Geschäftsmodell zum online Geld verdienen, ist Affiliate Marketing.

Auf Plattformen wie Digistore24 findest du alle möglichen Produkte, die du Freunden empfehlen kannst. Kauft jemand über deinen Werbelink, verdienst du Geld.

Smart an diesem Geschäftsmodell ist, dass du kein eigenes Produkt erstellen und dich auch nicht um Zahlungsabwicklung, Auslieferung und viele andere Dinge kümmern musst. 

Die wahre Kunst liegt aber in der Auswahl des richtigen Produktes. Viele Affiliate-Marketer verbringen viel Zeit damit Produkte zu bewerben, für die sie pro Verkauf eine einmalige Provision erhalten.

Sobald diese Verkäufer aufhören zu arbeiten, verdienen sie nichts mehr. Sie müssen jeden Tag neue Verkäufe machen, um ihren Geldstrom am Laufen zu halten. Oder anders gesagt, sie haben sich selbst in die Rolle des Hustlers und harten Arbeiters manövriert.

Smarte Arbeiter achten auf einen permanenten Cashflow durch immer wiederkehrende Einnahmen. Aus diesem Grund empfehlen sie nur Produkte, die der Kunde abonnieren muss. Auf diese Weise müssen sie das Produkt nur einmal verkaufen, bekommen aber weiterhin Monat für Monat Geld, so lange ihr Kunde das Produkt aktiv nutzt.

Das bedeutet nicht, dass Affiliate-Marketer, die für Produkte mit einmaliger Provision werben, dumm sind. Die Provisionen für solche Produkte sind in der Regel deutlich höher. Vielleicht waren sie einfach weniger informiert und wurden von der hohen Provision angelockt. Aber sie verschwenden viel zu viel Energie für ihre Arbeit und sind im Hamsterrad gefangen.

Auch smarte Affiliate-Marketer werben hin und wieder für Produkte mit einmaliger Provision. Voraussetzung dafür ist, dass das Produkt wirklich gut und die Provision ausreichend hoch ist. Trotzdem konzentrieren sie sich ständig darauf, die eigene Arbeitsleistung zu verringern, indem sie versuchen den Prozess des Verkaufens weitgehend zu automatisieren.

Die kleinsten Aufgaben können zu harter Arbeit werden, wenn du sie so machst wie jeder andere da draußen. Smarte Arbeiter hingegen können sogar die mühsamste Arbeit der Welt in eine weniger schwierige Aufgabe verwandeln.

Die Art und Weise, wie du eine Aufgabe erledigst, bestimmt, ob es sich um harte oder smarte Arbeit handelt. Der Unterschied liegt in der Art und Weise, wie die Arbeit erledigt wird.

Jede Arbeit kann harte Arbeit sein. Du kannst sie aber immer in smarte Arbeit umwandeln, indem du sie auf eine andere, intelligente und einfache Weise erledigst.

Smarte Arbeiter erledigen die gleiche Aufgabe schneller und mit weniger Ressourcen. Das gilt auch für Firmenchefs und Politiker, die – aus Sicht der hart Arbeitenden – scheinbar nichts tun. Das bloße Führen eines Unternehmens oder einer Partei kann harte oder smarte Arbeit sein, je nachdem, wie man es macht.

Während einige Unternehmer schlaflose Nächte und 20-Stunden-Arbeitstage haben, um ihre Firma über Wasser zu halten, spielen andere Unternehmer Golf und verbringen die Zeit mit ihrer Familie – ohne finanzielle oder andere Einbußen.

Harte Arbeiter arbeiten einfach hart. Smarte Arbeiter setzen Systeme ein, um die Arbeit zu minimieren und gleichzeitig die Produktivität zu erhöhen. 

Harte Arbeit wird überbewertet. Smarte Arbeit ist der Schlüssel zum Erfolg.

Noch ein paar wichtige Hinweise:

Ein harter Arbeiter verbraucht mehr Energie und verbringt viel mehr Zeit mit seiner Arbeit, während der smarte Arbeiter die Arbeit schneller und mit weniger Stress erledigt oder gar nicht selbst erledigt.

Der harte Arbeiter verdient einen meist niedrigen Stundenlohn, mit dem er mehr schlecht als recht durchs Leben kommt. Wäre er ein smarter Arbeiter, könnte er locker 200 % mehr verdienen, nachdem er die harten Arbeiter dazu gebracht hat für ihn gewinnbringende Arbeiten zu erledigen.

Harte Arbeiter arbeiten so gut wie immer für die smarten Arbeiter. Arbeitet ein smarter Arbeiter für einen harten Arbeiter, benutzt er diesen nur als Sprungbrett und wird wahrscheinlich schneller Karriere machen als der harte Arbeiter.

Angestellte, die sich darauf konzentrieren hart zu arbeiten, bleiben Angestellte, während die smarten Angestellten als Manager, Investoren und Vorgesetzte enden.

Harte Arbeiter erledigen immer die eigentliche Arbeit vor Ort und handeln dabei selbst. Smarte Arbeiter setzen Werkzeuge und Automatisierung ein, um die Arbeit zu erledigen. Oder sie treffen nur ein paar Entscheidungen, schließen Geschäfte ab und delegieren die Arbeit an jemanden aus der Blut, Schweiß und Tränen-Fraktion.

Harte Arbeiter suchen nur nach Jobs und konzentrieren sich darauf möglichst gut zu arbeiten, um eine Gehaltserhöhung oder Beförderung zu erhalten. Smarte Arbeiter konzentrieren sich darauf möglichst hochprofitable Möglichkeiten zu finden und diese zu nutzen, ohne zu viele Ressourcen zu verbrauchen.

Harte Arbeiter erledigen immer wiederkehrende, lästige Aufgaben selbst. Smarte Arbeiter versuchen immer ein System einzurichten, das die Arbeit erleichtert oder die lästigen Routineaufgaben vollständig automatisiert erledigt.

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein harter Arbeiter Millionär wird, liegt bei 20 %. Smarte Arbeiter haben eine 80 %-Chance und sie spazieren buchstäblich mit Leichtigkeit in den Reichtum.

Die meisten Millionäre und Milliardäre haben nicht hart gearbeitet. Sie haben smart gearbeitet, indem sie ein Problem gefunden und eine Lösung dafür entwickelt haben, die stark nachgefragt wird.

Noch ein Beispiel zur Vertiefung gefällig?

Das mit den harten und smarten Arbeitern ist überall so, auch an den entlegensten und exotischsten Ecken der Welt. Schauen wir einfach mal nach Kenia:

Es gibt dort jede Menge harte Arbeiter, die Wasser in Flaschen kaufen, eine kleine Marge draufschlagen und es dann weiterverkaufen. Am Ende des Tages haben diese Wasserhändler, die oft den ganzen Tag auf den Füßen sind, nur ein paar Kenia-Schilling verdient. Sagen wir umgerechnet 20 Euro.

Wie würde es ein smarter Arbeiter machen? Der würde höchstwahrscheinlich an einen Großhändler herantreten, einen guten Rabatt aushandeln und zum geringen Preis eine ganze Palette Wasser kaufen.

Dieses Wasser verkauft er dann entweder zu einem höheren Preis an die hart arbeitenden Händler oder er lässt diese Leute gegen Provision für sich arbeiten. Am Ende des Tages hat er seine ganze Palette Wasser verkauft und ordentlich Geld verdient, ohne dass er sich den ganzen Tag in der Sonne abrackert.

Weil die meisten Menschen glauben, dass man Geld braucht, um Geld zu machen, schauen wir uns die beiden Wasserhändler jetzt noch einmal aus einer anderen Perspektive an:

Der harte Arbeiter kauft seine Wasserflaschen mit seinem eigenen Geld. Anschließend verkauft er sie, füllt damit das leere Konto wieder auf und legt auch noch den Gewinn dazu, wenn sein Geschäft gut gelaufen ist.

Der smarte Arbeiter geht anders vor. Er verbringt zuerst ein paar Tage damit eine Liste mit Interessenten aufzubauen, die sein abgefülltes Wasser benötigen könnten. Das können Büros, Haushalte oder Handwerksfirmen sein. Ist er besonders smart, läuft er nicht selbst herum, sondern lässt diese Aufgabe von einem virtuellen Assistenten erledigen.

Sobald er eine Liste mit Interessenten vorweisen kann, kontaktiert der smarte Arbeiter einen Großhändler und bittet ihm die erste Ladung auf Kredit zu geben. Das ist kein Problem, er kann schließlich nachweisen wie und wo er seine Ware an dn Mann bringen wird. 

Zuletzt sucht er sich ein paar fleißige, harte Arbeiter, die das Wasser für ihn an seine Interessenten ausliefern. In seiner unendlichen Güte und Gnade verspricht er dem besten Verkäufer eine extra Belohnung und spornt damit die ganze Truppe zu Höchstleistungen an. So schwingt er sich schnell zum größten Wasserverkäufer in Kenia auf.

Unsere beiden Wasserhändler, der harte und der smarte, haben ein paar Dinge gemeinsam:

  • Beide sind selbstständig
  • Beide sind geschäftlich tätig
  • Beide verkaufen abgefülltes Wasser

Aber es gibt auch Unterschiede:

  • Der smarte Arbeiter hat weniger gearbeitet
  • Der smarte Arbeiter hat mehr Geld verdient
  • Der smarte Arbeiter brauchte kein Startkapital
  • Der smarte Arbeiter hat seine Arbeit schneller erledigt
  • Der smarte Arbeiter hat mehr Zeit für sich selbst
  • Der smarte Arbeiter hat ein System aufgebaut

Harte Arbeiter benutzen fehlendes Geld gerne als Ausrede. Sie glauben, dass man viel Startkapital, viel Talent oder andere Dinge braucht, um erfolgreich zu sein. Falls du zu dieser Sorte gehörst und englisch in der Schule hattest, lies dir dieses hervorragende Buch von Andy Tanner durch. Der Mann erklärt dir Schritt für Schritt, wie du Vermögenswerte anschaffen und ein Geschäft aufbauen kannst, ohne dafür dein eigenes Geld zu verwenden.

Tatsächlich ist der Aufbau eines großen Vermögens oder einer großen Firma, ohne dafür eigenes Geld zu verwenden, das Juwel auf der Krone des smarten Arbeitens. Wenn du das hinbekommst, gehörst du zu den Meistern dieser Kunst.

Kommen wir zum Fazit

Arbeit ist notwendig, nötig und nicht umgehbar, wenn du alles erreichen willst, was du dir erträumst. Die Frage ist, ob es harte Arbeit sein muss.

Harte Arbeit zahlt sich in manchen Fällen aus. Smarte Arbeit wird die harte Arbeit aber immer dominieren, ganz egal, was dir Gary Vaynerchuk und all die anderen Vertreter der Blut, Schweiß und Tränen-Fraktion erzählen.

Auch wenn all deine Freunde täglich 24 Stunden hustlen, Karriere machen und (im Moment) deutlich mehr Geld verdienen – es steht nirgendwo geschrieben, dass du es genauso wie sie machen musst. Es gibt keine bestimmte Formel für Erfolg. 

Dein Erfolg sollte immer mit deiner Denkweise starten. Verfolge deine Träume mit allem, was du hast, aber arbeite dabei immer smart. Das bringt dich schneller und einfacher ans Ziel.

Um ein smarter Arbeiter zu werden, musst du eine bestimmte Art von Faulheit kultivieren. Es geht nicht darum, den ganzen Tag auf dem Sofa zu liegen. Das kannst du machen, wenn deine Geldquellen sprudeln. Am Anfang geht es nur darum, deine Aufgaben effektiver und ressourcenschonender zu erledigen.

Hast du das smarte Arbeiten einmal verinnerlicht, wird es dir nicht nur dabei helfen Ziele zu erreichen. Es wird dich auf die Überholspur setzen und dich zu Leistungen befähigen, die ein harter Arbeiter in hundert Jahren nicht erreichen könnte.

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