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Das Maelstrom-Experiment: Wenn Reisen zum Lifestyle wird

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Nachdem ich die Geschichte des kleinen Romeo aus Sizilien gehört hatte, wollte ich unbedingt eine neue Seifenoper für mich selbst schreiben. Eine, in der ich neue und spektakuläre Abenteuer erlebe und dabei auch noch Geld verdiene. Oder wenigstens dafür sorge, dass ich die Reise nicht selbst bezahlen muss.

Das Maelstrom-Experiment ist gewissermaßen eine praktische Umsetzung der Theorien, die in Büchern wie Die 4-Stunden-Woche von Tim Ferris und Getting Things Done von David Allen gelehrt werden. 

Im Prinzip geht es um drei Dinge: Zielsetzung, Festlegen einzelner Arbeitsschritte und Reduzieren des Arbeitsauwands auf das absolut Notwendige.

Das Ziel: Eine Fahrt durch den gefährlichsten Wasserstrudel der Welt

Ich will niemanden mit langweiligen Seifenopern nerven. Das Ziel, der Höhepunkt der Seifenoper muss richtig spektakulär sein. Der Held, das bin beim Maelstrom-Experiment ich, muss echte Angst verspüren. Die überträgt sich auf den Zuschauer, der sich dann vor Spannung die Fingernägel abknabbert. Ein richtig schöner Thriller soll es sein.

Durch Zufall stieß ich auf einen Artikel über gefährliche Wasserstrudel, die sogar riesige Öltanker in die eisige Tiefe ziehen können und dachte mir “Warum nicht?” 

Spontan fragte ich Google nach dem größten und gefährlichsten Wasserstrudel der Welt und erhielt als Antwort Saltstraumen, Norwegen. 

Damit habe ich mein Ziel gefunden.

Um die Seifenoper weiter anzureichern, baute ich eine zusätzliche Regel ein. Das Ziel muss auf möglichst umweltfreundliche Weise erreicht werden. Ich möchte einen möglichst geringen, oder noch besser gar keinen, CO2-Fußabdruck hinterlassen. 

Fliegen und das Kreuzfahrtschiff der Hurtigruten fällt damit aus, denn diese Reisearten schaden dem Klima. Busse und vor allem Züge verursachen deutlich weniger Umweltverschmutzung.

Außerdem versuche ich die Reisekosten auf ein absolutes Minimum zu drücken und, falls möglich, ausschließlich über Vermögenswerte oder Sponsoring zu finanzieren. Die Reise soll mich wenig bis gar kein Geld kosten.

Die Doku: Ein Reise-Tagebuch einrichten

Weil ich von Romeo lernen will, entschied ich mich, wie er, für Instagram als Medium für die Dokumentation der Reise. Hier wird einfach alles veröffentlicht, was im Rahmen des Maelstrom-Experiments passiert. Die gesamte Seifenoper soll sich dort abspielen.

Der neue Account mymaelstromjourney wurde sofort mit einer Facebook-Seite verknüpft, so dass die Instagram-Posts auch dort erscheinen. Zusätzlich baute ich eine Landing-Page für Leute, die tiefer gehendes Begleitmaterial zur Seifenoper wünschen oder einfach nur störungsfrei und ohne Werbung lesen möchten. Mit Convert-Kit ging das ganz blitzschnell und einfach.

Im Gegensatz zu Romeos Reisedoku beginnt die Handlung des Maelstrom-Experiment deutlich früher. Ich möchte nicht nur die Reise selbst dokumentieren, sondern bereits im Vorfeld Spannung aufbauen und auch wichtige Aspekte wie die Reisefinanzierung oder das Herausfinden der schnellsten und besten Zugverbindung mit einbauen. Damit bietet meine Seifenoper nicht nur Unterhaltung, man kann auch etwas dabei lernen. 

Jeden Tag einen Schritt näher zum Ziel

Ab hier wird das Reisen zum Lifestyle. Ich versuche jeden Tag meinem Ziel einen Schritt näher zu kommen, wobei auch äußere Umstände wie die Corona-Pandemie berücksichtigt werden.

Im Moment könnte ich gar nicht nach Norwegen reisen. Die Grenzen sind wegen Corona zu. Deshalb plane ich meine Seifenoper entsprechend. So lange ich zu Hause sitze, kümmere ich mich um die Ausarbeitung des Reiseplans, die Finanzierung und andere Dinge, die man am besten vor der Reise erledigt. Alles, was ich mache, wird in Kurzform auf Instagram und Facebook sowie in ausführlicher Form per E-Mail veröffentlicht.

Diese Methode zwingt mich dazu, bereits im Vorfeld über die nächsten Schritte nachzudenken. Ist das, was ich gerade mache, wirklich relevant? Bringt es meine Seifenoper voran und mich näher ans Ziel? Als Held meiner Seifenoper treffe ich Entscheidungen, werde ganz bestimmt hin und wieder Fehler machen oder von Dingen, die ich nicht beeinflussen kann, behindert werden. Das gehört einfach zur Handlung.

Beiträge auf Instagram und Texte auf der Landing-Page sind nicht für immer in Stein gemeißelt. Ich kann sie jederzeit ändern, löschen oder ersetzen.

Gieße ich das zarte Pflänzchen, das ich im Moment besitze, fleißig jeden Tag, wird es vielleicht mal ein großer Instagram-Account mit zahlreichen Followern, der mir weitere Reiseabenteuer ermöglicht.

Und falls nicht? Dann hatte ich zumindest eine tolle, vielleicht sogar kostenlose, Reise und ein echtes Abenteuer im hohen Norden. Kommt der Instagram-Account nicht über fünf Follower hinaus, bleibt er immer noch eine umfangreiche Reise-Dokumentation mit allem Drum und Dran. Schlimmstenfalls bleibt er einfach ein elektronisches Fotoalbum, in dem ich meine Erinnerungen festgehalten habe. Egal, wie ich es drehe, es bleibt immer etwas von Wert übrig.

Wo bleibt der Knalleffekt am Schluss?

Wie lange meine Seifenoper dauert und an welchem Tag genau ich mit einem winzigen Boot in den gewaltigen Maelstrom fahre, weiß ich im Moment nicht. Meine Heldenreise hat gerade erst begonnen. Luke Skywalker wusste am Anfang des Films auch nicht, ob und wann er die Galaxis retten wird.

Ich weiß nur, dass ich eines Tages entweder tot auf dem Meeresgrund liege oder glücklich und pitschnass auf Instagram verkünde, dass ich den Todes-Strudel überlebt habe.

Für den Fall, dass Ereignis Zwei eintritt, mache ich mir auch Gedanken über das Ende meiner Seifenoper. Die Rückkehr soll auf einer anderen Strecke erfolgen als die Hinreise. So kann ich weitere Sehenswürdigkeiten in Norwegen abklappern und weitere Folgen zur Seifenoper hinzufügen. Wie ein Schulaufsatz soll sie vom Höhepunkt in den Schluss übergehen und dann langsam auslaufen. In den letzten Episoden wird das Maelstrom-Experiment ausgewertet und alles Wissen über weitergegeben, das ich im Verlauf der Reise gewonnen habe. Ein Schluss mit Nutzwert sozusagen.

Enden wird das Maelstrom-Experiment auf die gleiche Weise, wie es Romeos Reise tat. Er veröffentlichte vor kurzem einen Post auf Instagram, in dem er ein neues Abenteuer ankündigt. Nach der Reise ist bekanntlich vor der Reise.

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