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NFT – Wenn die Blockchain deinen Urlaub zahlt

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Wenn es darum geht, etwas zu finden, das meine Reisen finanziert, bin ich für jede neue Geschäftsidee offen. Deshalb begeben wir uns heute in die Welt der Blockchain, wo du mit Hilfe von NFT Bilder, Musik und andere Werke verkaufen kannst.

Falls du dich jetzt fragst, wie aufwändig das ist und wieviel man damit verdienen kann – vor kurzem wurde ein simples, animiertes GIF für 600.000 US-Dollar versteigert.

Du hast richtig gelesen. Mit etwas Glück und einem künstlerischen Händchen kannst du ein Vermögen verdienen. 

Was ist NFT?

NFT steht für Non-Fungible Token. Du kannst dir dieses Ding wie eine Art digitales Echtheitszertifikat vorstellen. 

Im realen Leben erhalten Kunstwerke, die auf Auktionen versteigert werden, eine Quittung, die bescheinigt, dass das Werk echt und original ist. Bekannte Künstler klatschen einfach ihre Unterschrift auf ihre Gemälde, damit jeder weiß, dass es von diesem Künstler stammt.

In der digitalen Welt gab es so etwas bisher nicht – jedenfalls nichts, was wirklich gut funktionierte. Du kannst dein Logo auf ein Foto klatschen, aber du weisst auch, dass man dieses Ding blitzschnell mit Photoshop rausmachen kann. Digitale GIFs, Videos, MP3-Dateien und Bücher lassen sich kinderleicht kopieren, der Urheber geht leer aus. Die einzige Möglichkeit, die du hast, um deine Werke halbwegs zu schützen, ist dich mit der Abmahn-Mafia einzulassen. Die besteht aber praktisch nur aus Verbrechern, drei Viertel dieser so genannten “Anwälte” sind selbst vorbestraft. Und das Geld, das sie “für dich” eintreiben, wandert in ihre eigenen Taschen.

NFT will das ändern. Du kannst damit deinem Werk eine digitale Echtheitsgarantie verpassen, die untrennbar damit verbunden ist.

Stell dir vor, du hast einen Rohling für eine Münze. Auf diesen Rohling wird dein Kunstwerk geprägt, außerdem kannst du festlegen, wie viel Provision du erhalten willst, wenn dein Werk irgendwo weiterverkauft wird. Üblich sind 10 bis 30 Prozent.

In dieser “Münzform” kann dein Kunstwerk in die Blockchain gespeichert, gesammelt und gehandelt werden. Weil jede Transaktion in der Blockchain gespeichert wird, kannst du jederzeit sehen, wie oft dein Werk verkauft oder kopiert wurde.

Welche Werke können ein NFT werden?

Grundsätzlich kannst du aus allem, was digital verfügbar ist ein NFT machen. Lieder, Memes, Fotos, Ebooks, Kochrezepte – sogar komplette Startup-Unternehmen werden im Moment als NFT verkauft.

Kontrollen gibt es so gut wie keine, wir leben praktisch im Wilden Westen, wo alles möglich ist.

Es ist ein guter Zeitpunkt, um einzusteigen und zu experimentieren. NFTs werden im Moment oft nur deshalb gekauft, weil die Leute so ein NFT besitzen wollen.

Ich gehe davon aus, dass sich das in ein paar Monaten ändern wird. Die Betreiber werden aussortieren und genauer darauf achten, ob etwas tatsächlich wertvoll ist.

Im Moment brauchst du dir darüber keine Gedanken machen, es gibt nur ein einziges Tabu: Versuche nicht urheberrechtlich geschütztes Material zu klauen und als NFT hochzuladen. Durch die Transparenz der Blockchain würdest du innerhalb weniger Sekunden auffliegen! 

Was brauche ich, um mit der Erstellung von NFTs zu beginnen?

Hier kommt eine gute Nachricht: Du musst kein Technikfreak oder gar ein Krypto-Experte sein, um deine Werke als NFT zu verkaufen. Du kannst alles entweder auf dem Smartphone oder am PC erledigen. Im Prinzip brauchst du, neben deinem Kunstwerk, nur ein paar Sachen:

  • Eine Ethereum-Wallet
  • Eine kleine Menge Ethereum zum Bezahlen von Gebühren
  • Einen NFT-Marktplatz zum Verkaufen deiner Werke

Schritt 1: Einrichten einer Ethereum-Wallet

Verkaufst du ein NFT-Kunstwerk, erhältst du dein Geld in der Kryptowährung Ethereum. In dieser Währung bezahlst du auch die Handelsgebühren der Marktplätze.

Als erstes brauchst du deshalb einen digitalen Geldbeutel, in den du Ethereum hineinlegen und herausnehmen kannst. Das ist die Ethereum-Wallet.

Beachte, dass eine Kryptogeld-Wallet immer nur für eine bestimmte Sorte Kryptogeld funktioniert. Du kannst keine Ethereum in eine Bitcoin-Wallet legen und umgekehrt. NFT funktioniert nur mit Ethereum, also brauchst du eine passende Geldbörse.

Beim Recherchieren bin ich immer wieder auf Coinbase, MetaMask und Rainbow gestoßen. Die Wallets dieser Dienste werden im Zusammenhang mit NFT sehr oft empfohlen.

Ich habe mich spontan für MetaMask entschieden und die App auf mein Smartphone heruntergeladen.

Nach dem Installieren, richtest du über “Create a new wallet” eine neue Ethereum-Wallet ein. Neben einem Passwort musst du auch eine “Seed Phrase” angeben, Hierbei notierst du 12 angezeigte Wörter und verwahrst den Zettel in Zukunft an einem sicheren Ort. Die Seed Phrase ist der einzige Weg deine Wallet wiederherzustellen oder zu aktivieren, wenn du auf ein neues Gerät wechselst.

Anschließend führt dich ein kleines Tutorial durch die Funktionen deiner jetzt fertig eingerichteten Ethereum-Wallet. Du erfährst, wie du ihren Namen änderst, wie du Ethereum kaufen und empfangen kannst und vieles mehr.

Schritt 2: Eine kleine Menge Ethereum kaufen

Hast du die Ethereum-Wallet erfolgreich eingerichtet, solltest du etwas von diesem Kryptogeld kaufen. Der Grund: Das Ethereum-Netzwerk verlangt Gebühren für das Erstellen von NFTs.

Weil der Kurs der Kryptowährung stark schwankt, empfehle ich dir einmal täglich auf Coinmarketcap vorbeizuschauen und einen günstigen Kurs abzuwarten. Sobald der Ethereum ein bisschen fällt, kaufst du das Zeug zum Schnäppchenpreis.

Wie du hohe Gebühren vermeiden kannst

MetaMask bietet den fast gebührenfreien Kauf von Ethereum via Apple Pay an, allerdings nur für US-Bürger. 

Als Deutscher müsste ich in den sauren Apfel beißen und entweder Banküberweisung oder Kreditkarte wählen. Beides ist mit happigen Gebühren verbunden. Bezahlen per Banküberweisung kostet für 50 Ethereum fast 6 Euro, beim Kauf mit Kreditkarte werden fast 10 Euro fällig.

Diese Kosten wollte ich natürlich vermeiden. Ich habe einen Account bei SpectroCoin, dort konnte ich kostenlos 50 Euro in Ethereum umtauschen. Die musste ich anschließend nur noch zu MetaMask überweisen.

In MetaMask kannst du dir über “Share Public Key” die Adresse deiner Wallet anzeigen lassen. Diese Adresse entspricht in etwa der IBAN bei einer normalen Banküberweisung. 

Bei mir dauerte das Überweisen ungefähr fünf Minuten. Sobald der Vorgang abgeschlossen ist, siehst du das überwiesene Geld in deiner MetaMask Wallet und kannst den nächsten Schritt gehen.

Schritt 3: Die Ethereum-Wallet mit einem NFT-Marktplatz verbinden

Sobald deine Wallet eingerichtet ist und ein paar Ethereum darin liegen, kannst du einen Marktplatz auswählen, auf dem du ein Kunstwerk als NFT erstellen und anbieten möchtest.

Im Test ist mir das auf Rarible am leichtesten gelungen, weshalb ich dir als Anfänger empfehlen würde diese Plattform für den ersten Test zu wählen.

Auf der Rarible-Seite musst du zuerst deine Ethereum-Wallet mit dem Dienst verknüpfen. Dafür klickst du rechts oben auf “Connect Wallet”.

Verwendest du MetaMask oder die Rainbow-Wallet, wählst du im nächsten Schritt die Option “Wallet Connect”. Für Coinbase wählst du “Wallet Link”.

Der nächste Schritt ist bei allen Wallets gleich. Du siehst einen QR-Code auf dem Bildschirm und musst ihn mit deiner Wallet-App einscannen. 

Wegen diesem Schritt musste ich MetaMask auf meinem Smartphone installieren und konnte auch meine Ethereum nicht direkt von SpectroCoin zu Rarible senden.

Sobald Rarible den Code erkannt hat, bestätigst du auf dem Smartphone, dass du deine Wallet mit dem Dienst verbinden möchtest.

Um die nötige Sicherheit zu gewährleisten, wird dich Rarible in Zukunft immer dazu zwingen, Käufe mit deiner Wallet-App zu bestätigen. Dein Konto bei Rarible wird automatisch erstellt, du hast jetzt alles, um dein erstes NFT-Kunstwerk zu erstellen und zu verkaufen.

Wo kann ich sonst noch NFT verkaufen?

Täglich entstehen neue NFT-Marktplätze, weil der Hype um die Technologie immer größer wird. 

Neben Rarible, dem bekanntesten Marktplatz für NFT Kunst, kannst du auch diese Marktplätze ausprobieren:

Zora

Zora ermöglicht es dir Bilder, Videos, Audiodateien und sogar einfache Textdokumente zu verkaufen. Der Marktplatz wurde kürzlich eröffnet und ist für alle Kreativen zugänglich. 

SuperRare

SuperRare will ein Marktplatz für echte Künstler sein. Du kannst dort keine Memes, Texte oder schlechte Bilder verkaufen. Ein Besuch bei SuperRare fühlt sich an wie das Durchstöbern einer hochwertigen Kunstgalerie. Die angebotenen NFT spiegeln tausende Stunden künstlerischer Arbeit wider. Akzeptiert wirst du hier nur über ein Bewerbungsverfahren. 

Nifty Gateway

Auch Nifty Gateway setzt auf hochwertige Kunst, mit deutlichem Fokus auf digitale Sammlerstücke. Als einziger Marktplatz akzeptiert Nifty Gateway Bezahlen per Kreditkarte. Du musst auch hier ein Bewerbungsverfahren durchlaufen, bevor du deine Kunstwerke auf diesem Marktplatz verkaufen kannst.

OpenSea 

OpenSea war einer der ersten NFT-Marktplätze, der gegründet wurde, und bietet eine riesige Bibliothek von Inhalten. Die Seite handelt mit allen Arten von NFTs, von digitaler Kunst bis hin zu 3D-Sammelobjekten und Gegenständen, die in Videospielen verwendet werden. OpenSea ist komplett offen für Neueinsteiger, was den Einstieg hier leicht macht. 

Allerdings hat die Seite im Moment einen Bug. Ich sollte dort ihre neuen AGBs bestätigen, aber wenn deren Programmierer zu dämlich ist, um einen Button zu verlinken, dann klappt das natürlich nicht. 😀

Wie du ein NFT erstellen kannst

Keine Angst, dieser Abschnitt wird kurz. Es gibt keine Regeln oder ein bestimmtes Verfahren zum Erstellen von NFTs.

Du brauchst nur eine Datei, die vom ausgewählten Marktplatz unterstützt wird. Rarible zum Beispiel akzeptiert PNG, GIF, WEBP, MP4 und MP3-Dateien, die maximal 30 MB groß sein dürfen. Andere nehmen auch Texte oder spezielle Formate, die in Videospielen und 3D-Programmen verwendet werden.

Es geht ans Geld verdienen!

Ist dein Kunstwerk online, kann jeder ein Gebot für dein NFT abgeben. Leider merkt man hier, dass alles noch in den Kinderschuhen steckt. Diese so genannten Super-Blockchain-Technik-Experten schaffen es nicht mal, eine simple Benachrichtigung hinzukriegen! Das bedeutet, dass du dich manuell nach neuen Geboten erkundigen musst.

Als ich das sah, wurde mein Vertrauen in die Blockchain-Szene ein wenig erschüttert. Ich dachte immer, das sind totale Technik-Freaks. Zum Websites programmieren sind sie aber definitiv zu blöd. Jeder einzelne von ihnen. 

Wie leicht dein Kunstwerk von den Käufern gefunden wird, hängt vom Marktplatz ab. Stelle dich lieber darauf ein, dass du selbst Werbung machen musst. Du kannst dein NFT nicht hashtaggen, typische SEO-Tricks funktionieren auch nicht.

Wird sich NFT durchsetzen?

Zum Schluß noch ein paar Worte zur Zukunftsfähigkeit von NFT. Die Idee dahinter löst ohne Zweifel einige Probleme von Urhebern, vielleicht werden wir damit sogar endlich die Abmahn-Mafia los.

Allerdings müssen die Marktplätze vertrauenswürdiger werden und dürfen keine Kinderkrankheiten mehr enthalten, die jedem halbwegs erfahrenen Computernutzer ein hämisches Lachen ins Gesicht zaubern.

Der zweite Hemmschuh sind die exorbitant hohen Gebühren im Ethereum-Netzwerk. Rechne mit 40 bis 100 Euro pro NFT.

Zur Zeit entstehen Fonds, die diese Gebühren für erstmalige NFT-Künstler übernehmen möchten. Das ist immerhin ein Anfang. Wenn dann noch die Ethereum-Erfinder ihre gnadenlose Gier ein wenig zurückschrauben, steht NFT eine gewaltige Zukunft bevor. Es kann sogar deinen nächsten Urlaub finanzieren, wenn dein Kunstwerk mehrmals verkauft wird.

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