Kategorien
Reise finanzieren

Reisefinanzierung mit Hilfe von YouTube Videos: Klappt das?

Startseite » Reise finanzieren » Reisefinanzierung mit Hilfe von YouTube Videos: Klappt das?

Auf YouTube gibt es Millionen Videos zum Thema Geld verdienen. Die Frage ist, wie gut die in den Videos veröffentlichten Tipps funktionieren und ob man sie auch für die Reisefinanzierung einsetzen kann. Ich starte den Selbstversuch.

Der Tippgeber, Ross Minchev, erklärt im Film wie man mit Hilfe von Google-Operatoren die Landingpages erfolgreicher Affiliate-Marketer finden, analysieren und in leicht veränderter Form nachbauen kann. 

Natürlich wird das auf YouTube nicht so sachlich nüchtern angepriesen. Das Video heißt dort “Fastest Way To Make Money On Clickbank And Affiliate Marketing (Free Tutorial)“.

Minchev wirkt aber halbwegs normal und versucht nicht mir etwas zu verkaufen. Mir gefällt auch, dass er dazu rät erfolgreiche Websites zu analysieren anstatt das Rad neu zu erfinden.

Ein geeignetes Produkt finden

Weil es im Video um Affiliate Marketing, also das Empfehlen von Produkten über einen Werbelink, geht, benötige ich zuerst einen Hersteller, der ein Produkt anbietet. Genau den findet man auf Plattformen wie Clickbank oder Digistore24.

Auf Digistore24 finde ich Produkte für die Reisefinanzierung
Auf Digistore24 finde ich Produkte für meine Reisefinanzierung

Ich mache meinen Test mit Digistore, weil ich ein deutsches Produkt empfehlen möchte. Auf dem Marktplatz suche ich in den Kategorien Reise und Fotografie nach Produkten. In diesen Bereichen kenne ich mich aus und kann beurteilen, ob sie gut oder schlecht sind. Schließlich will ich niemandem irgendwelchen Schrott andrehen.

Erst wählen, dann prüfen

Nach einer Weile entscheide ich mich für einen Online-Kurs zum Thema Landschaftsfotografie. Der Hersteller scheint zu wissen, wovon er spricht, die Verkaufs-Website wirkt seriös und professionell. Bevor ich mich endgültig für diesen Hersteller entscheide, führe ich einen Test durch, genau wie es Ross Minchev in seinem Video macht.

Dafür kopiere ich die URL der Verkaufswebseite, rufe die Seite similarweb.com auf und füge die URL dort in die Suchzeile ein. Der Dienst zeigt sofort, wieviel Traffic die Verkaufswebseite erhält.

Similarweb zeigt den Traffic der Hersteller-Website

Similarweb kann noch wesentlich mehr. Wenn ich nach unten scrolle, erhalte ich eine Aufschlüsselung des Traffic.

Genau an dieser Stelle fällt mein Hersteller durch. Laut Similarweb erhält seine Seite den Löwenanteil an Webtraffic durch Google, die Werbetreibenden (Referrals) schicken nur 0,99 Prozent der Besucher auf diese Webseite. Aus diesem Grund kann Similarweb den Werbetraffic nicht genauer analysieren.

Gähnende Leere. Weil kaum jemand das Produkt bewirbt, kann Similarweb den Traffic nicht genau analysieren.
Gähnende Leere. Weil kaum jemand das Produkt bewirbt, kann Similarweb den Traffic nicht genau analysieren.

Vereinfacht gesagt, macht kaum jemand Werbung für das Produkt. Warum soll ich es dann tun?

Damit beginnt das Spiel von vorne. Ich muss ein Produkt auf Digistore finden, das den Test auf Similarweb besteht.

Neues Spiel, neues Glück

Leider finde ich in den Bereichen Reise und Fotografie kein einziges Produkt, das dem Test auf Similarweb standhält und somit für meine Reisefinanzierung geeignet wäre.

Die Wahl fällt einige Stunden und Fehlschläge später auf Funnelcockpit, ein E-Mail-Marketing-Programm, das in einschlägigen Foren recht gute Kritiken erhält.

Die Website des Herstellers besuchen durchschnittlich 290.000 Leute, etwa 14 Prozent des Traffic stammt von Referrals, also Leuten, die Werbung für Funnelcockpit machen.

14 Prozent des Website-Traffic stammen von Werbetreibenden
14 Prozent des Website-Traffic stammen von Werbetreibenden

Damit lässt sich etwas anfangen. Mit einem Klick auf „Jetzt promoten“ melde ich mich in Digistore bei Funnelcockpit als Werbepartner an und erhalte sofort einen Werbelink. Den muss ich jetzt nur noch verteilen, damit Leute drauf klicken.

Wie sieht es mit der Bezahlung aus? Der Hersteller bietet 25 Prozent Provision. Kauft jemand sein kleinstes Produkt für 47 Euro, erhalte ich ungefähr 26 Euro. Kauft jemand ein größeres, leistungsfähigeres Produkt, bekomme ich etwas mehr.

Für eine Reisefinanzierung reicht das aus. Schaffe ich zehn Verkäufe, ist schon fast eine Woche auf den Kanaren drin. Mit 100 Verkäufen würde ich bereits nach Australien kommen.

Gut kopiert ist halb gewonnen

Jetzt wird es spannend. Similarweb zeigt, WER Traffic über seinen Werbelink auf die Seite des Produktherstellers schickt. Praktischerweise zeigt der Dienst auch, wer das besonders erfolgreich macht.

Der nächste Schritt besteht darin, herauszufinden WIE der Traffic zum Hersteller gelangt.

Auch dabei hilft Similarweb. Ein Klick auf Go To Website bringt mich direkt zur Webseite des Werbetreibenden. Häufig landet man auf einer Seite, die das Produkt nicht direkt erwähnt oder ganz leer ist. Das bedeutet nur, dass der Werber die Landingpage versteckt, über die er seinen Traffic zum Produkthersteller schickt.

An dieser Stelle kommt Google und ein spezieller Suchparaneter ins Spiel. Mit dem Befehl „site:“ kannst du Google sagen, dass es nur Websites anzeigen soll, die einen bestimmten Begriff oder Namen in ihrer Domain haben. Bei den Seiten, die Google jetzt anzeigt, handelt es sich häufig um Landingpages, die der Besitzer der Domain angelegt hat, um ein bestimmtes Produkt zu bewerben.

Mit dem „site:“-Befehl sehe ich nur Webseiten, die der Werbetreibende angelegt hat

Anstatt jetzt jede einzelne der angezeigten Seiten anzuschauen, füge ich einen weiteren Parameter hinzu. Der komplette Google-Suchbefehl sieht dann so aus:

site:domainname.de + Name des Produktes

In meinem Fall sieht das für die Website und das Produkt, das ich gerade untersuche so aus:

site:high-end-closer.de + funnelcockpit

Leider hat der Domainbesitzer in meinem Fall keine vernünftige Landingpage angefertigt. Er betreibt nur einen Blog, den er mit Funnelcockpit erstellt. Damit habe ich zwar herausgefunden wie der Traffic von seiner Seite zu Funnelcockpit kommt, für mein Projekt zur Reisefinanzierung brauche ich aber eine vernünftige Landingpage.

Findet Google nur ein solches Ergebnis, probiert man einfach eine der anderen, von Similarweb ermittelten Trafficquellen aus, bis man die Goldader gefunden hat.

Leider bleibt meine Suche für Funnelcockpit erfolglos. Ich finde, abgesehen von der des Herstellers, keine einzige Landingpage für dieses Produkt. Es scheint etwas zu sein, das die Leute zwar nutzen, aber nicht selbst verkaufen wollen.

Und wieder beginnt das Spiel von vorn. Produkt suchen, mit Similarweb herausfinden, ob und von wem es beworben wird, dann mit Hilfe von Google eine erfolgreiche Landingpage zum Nachbauen finden.

Das Ende vom Lied

Nach einigen Stunden gebe ich es auf. Die Verkaufsseiten für Digistore-Produkte haben entweder so wenig Traffic, dass Similarweb keine vernünftige Analyse durchführen kann, oder ich finde keine Landingpages.

War das jetzt ein Fehlschlag? Finde ich nicht. Auch wenn ich nicht auf die versprochene Goldader gestoßen bin, habe ich eine ganze Menge über Affiliate Marketing gelernt.

Für eine gelungene Reisefinanzierung muss ich mir natürlich einen anderen Tipp auf YouTube suchen oder das Ganz tatsächlich mal mit Clickbank testen, so wie es Ross Minchev gemacht hat. Aufgeben ist definitiv keine Option 😀.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

code