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LUMINAR NEO – IST ES WIRKLICH BESSER ALS LIGHTROOM?

Luminar Neo eignet sich hervorragend für das Bearbeiten von Portraitphotos.

Schon vor der Veröffentlichung ist Luminar Neo unter Fotografen das Gesprächsthema Nummer 1. Ich habe es vorbestellt, werde zur Zeit aber noch vom Hersteller Skylum als Beta-Tester missbraucht. Ich konnte bis jetzt nur eine noch nicht fertige “Early Access-Version” des Programms herunterladen. Was ich gesehen habe, gefällt mir aber schon recht gut. Hier entsteht ein gewaltiger Konkurrent für Adobe Lightroom…

Für wen eignet sich Luminar Neo?

Luminar Neo richtet sich gleichermaßen an Hobbyfotografen und Profis. Wer einfach nur seine Urlaubsbilder aufhübschen will, kann das dank integrierter künstlicher Intelligenz mit ein oder zwei Mausklicks tun. Profis können gezielt die Belichtung korrigieren, den Himmel austauschen, künstlichen Nebel hinzufügen und Tonwertkorrekturen vornehmen.

Einfache Routineaufgben erledigt das Programm mit einem Klick auf die entsprechende Funktion. Zusätzlich gibt es Schieberegler mit Feineinstellungen für Künstler, die wirklich alles aus ihren Bildern herausholen möchten. 

Durch die Kombination von künstlich intelligenten Funktionen und Schiebereglern versucht Luminar Neo dem altbewährten Adobe Lightroom Marktanteile abzunehmen.

In der fertigen Version soll Luminar Neo auch mit Ebenen arbeiten und gezielt einzelne Objekte ausschneiden können. Damit hätten wir einen ziemlich starken  Konkurrenten zu Adobe Photoshop. 

Die besten Funktionen in Luminar Neo

Mask AI, die Funktion zum gezielten Ausschneiden und das Verwalten von Ebenen sind in der Early Access-Version leider noch nicht drin. Interessant ist aber, dass angewendete Funktionen jetzt schon modular verwaltet werden. Alle Funktionen arbeiten nicht-destruktiv und lassen sich, ähnlich wie die Smart-Filter in Photoshop, nachträglich neu einstellen.

Leider lassen sich angewendete Funktionen nicht einzeln entfernen. Wenn ich beispielsweise ein Bild Schwarz-Weiß färbe und es später wieder farbig haben will, kann ich nicht nur den Schwarz-Weiß-Filter entfernen. Klicke ich auf “Bearbeitungen entfernen” – die einzige Schaltfläche, die angeboten wird – sind alle Effekte weg.

Einzelne Filter im Bearbeitungsbereich-Modus entfernen, ist leider nicht möglich.

Die Core-Engine von Luminar Neo

Um das modulare Verwalten der Funktionen zu ermöglichen, wurde Luminar Neo komplett neu gedacht und programmiert. Dadurch lohnt sich der Umstieg auch für Benutzer älterer Versionen wie Luminar AI und Luminar 4.

Sogar auf meinem Uralt-Mac läuft Luminar Neo absolut flüssig, durchgeführte Berechnungen passieren blitzschnell. Daran erkennt der Anwender die neue Core-Engine. Anstatt jedesmal alles neu zu berechnen, konzentriert sich das Programm nur auf das gerade aktuelle Modul. Selbst wenn ich sieben oder acht dieser Module aktiviert habe, bemerke ich weder einen Geschwindigkeitsverlust noch ewig lange Wartezeiten. Hier hat das Team von Luminar wirklich tolle Arbeit geleistet. 

Staub und Stromleitungen mit einem Klick entfernen

Laut Werbung kann Luminar Neo Staubflecken und Stromleitungen mit einem einzigen Klick entfernen. In Photoshop sind diese Arbeiten nervtötend und langwierig.

Tatsächlich schaffte es Luminar Neo bei meinen Bildern zumindest die markanten Flecken und Leitungen weg zu rechnen. Es funktioniert nicht immer perfekt, manchmal erkennt das Programm kleinere Staubflecken nicht. Stromleitungen vor einem einfarbigen Hintergrund kann es sehr gut entfernen, aber wenn beispielsweise ein Gebäude im Hintergrund zu sehen ist, hat die künstliche Intelligenz Schwierigkeiten die zum Gebäude gehörenden Linien von den Stromleitungen zu unterscheiden. 

Vergrößert ihr das Bild, sind an den Stellen, wo sich die Stromleitungen befanden, oft Verwerfungen oder Verzerrungen erkennbar. Das gilt insbesondere dann, wenn die Stromleitungen belebte Abschnitte des Bildes kreuzen.

Die kleinen Fehler könnt ihr aber nachträglich mit dem Pinselwerkzeug korrigieren. Abgesehen davon ist die künstliche Intelligenz lernfähig. Je mehr Bilder ihr damit bearbeitet, desto besser wird mit der Zeit das Ergebnis.

Gezielt belichten mit Relight AI

Eine ziemlich coole Funktion ist das separate Nachbelichten von Vorder- und Hintergrund. Nach dem Aufrufen von Relight AI konnte ich die Helligkeit in der Nähe und der Ferne separat mit einem Schieberegler einstellen, zusätzlich gibt es ein Werkzeug zur Tiefenkontrolle.

Über die erweiterten Einstellungen könnt ihr die Farbtemperatur für den Vorder- und Hintergrund einstellen und weitere Licht-Anpassungen vornehmen. Bei manchen Bildern wirkt das als hättet ihr beim Fotografieren eine zusätzliche Softbox aufgestellt.

Bei bereits perfekt belichteten Bildern kann Relight AI natürlich keine zusätzlichen Wunder bewirken. Nehmt zum Testen einfach mal ein uraltes Urlaubsfoto, das ihr mit dem heutigen Wissen und Können garantiert besser belichten würdet. Ihr werdet staunen, was Luminar Neo nachträglich aus solchen Bildern herausholen kann.

Ich zeige hier mal als Beispiel ein Bild von meinem Irland-Urlaub im Jahr 2017. Bei der Burg Rock of Cashel stellt man sich immer etwas hochdramatisches vor und natürlich wollte ich das auch fotografisch darstellen. Aber ihr wisst ja, wie das ist wenn man mit einer Reisegruppe unterwegs ist. Der Zeitplan ist eng, du kannst nicht stundenlang die Belichtung einstellen. Wettermäßig musst du nehmen, was da ist und wenn Stromleitungen oder andere Dinge im weg sind, dann ist das eben so.

Genau hier hilft Luminar Neo. Ich habe damit alle störenden Elemente entfernt, die Dramatik des Himmels verstärkt und dann das Bild mit Relight AI neu belichtet.

Den Himmel austauschen

Ich kann mich noch gut erinnern, als mit Luminar 1 zum ersten Mal ein Programm erschien, das den Himmel mit einem einzigen Klick austauschen konnte. Tausende Photoshop-Nutzer dankten Gott und den Entwicklern für diese geniale Erfindung.

Adobe hat inzwischen nachgezogen und eine derartige Funktion in Photoshop integriert. Ich finde aber immer noch, dass die von Luminar etwas präziser und schneller arbeitet

Ist Luminar Neo wirklich besser als Lightroom?

Die Leute bei Adobe haben natürlich längst bemerkt, dass sie einen starken Konkurrenten bekommen haben. Verzweifelt versuchen sie nachzuziehen und ebenfalls coole Funktionen mit künstlicher Intelligenz nachzurüsten. Das Problem ist, dass die ohnehin schon aufgeblähte Software dadurch noch schwerfälliger wird und noch mehr Ressourcen verbraucht. Vom nervigen Creative Cloud-Tool, das nach jedem Software-Update jedes einzelne installierte Tool neu verifizieren will und mir dadurch kostbare Arbeitszeit stiehlt gar nicht erst zu reden.

Luminar Neo ist deutlich schlanker und schneller, den Ressourcenverbrauch merkt man kaum. Habt ihr es einmal gekauft, gehört es euch. Eine weitere Verifizierung findet nicht statt.

Von den Funktionen her nehmen sich beide Programme nicht viel. Luminar Neo hat viele Funktionen integriert, die ihr bei Lightroom mit Presets nachbilden könnt. Das ist natürlich zusätzliche Arbeit. Bei Neo klickt ihr einfach nur auf die Funktion, schon macht das Ding seine Arbeit. Ich arbeite inzwischen deutlich öfter mit Luminar Neo als mit Lightroom, einfach weil es schneller geladen ist und die benötigten Funktionen schneller zur Verfügung stehen. Komplett trennen möchte ich mich von Lightroom aber noch nicht.

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