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DIE BESTEN SOCIAL MEDIA PLATTFORMEN FÜR KÜNSTLER [2022]

social media plattformen für künstler spielen auch in der Zukunft eine rolle

“Was sind die besten Social Media Plattformen für Künstler?”, fragen mich die Leute immer wieder. Die Antwort hängt in erster Linie von eurem Bekanntheitsgrad ab.

Habt ihr euch als Künstler offline einen guten Ruf aufgebaut, ist der Aufbau von Followern auf allen Social Media Plattformen ein Klacks. Justin Bieber hatte innerhalb von 24 Stunden mehr als 1,5 Millionen Follower auf Instagram. Auch Markennamen wie Coca Cola brauchen keine zwei Tage, um sich auf diesen Plattformen ein Millionenpublikum aufzubauen.

Wenn ihr euch auf Socialblade die 10 größten Instagram-Accounts anschaust, findet ihr dort nur bekannte Schauspieler, Musiker, Marken und – speziell in Deutschland – auch Fußballer. Für andere soziale Netzwerke gilt das Gleiche.

Aber was, wenn ihr nicht zur Creme de la Creme gehört und noch ganz am Anfang steht?

DIE BESTEN SOCIAL MEDIA PLATTFORMEN FÜR NOCH UNBEKANNTE KÜNSTLER

Als totaler No-Name würde ich aus dem Versuch ein bekannter Künstler zu werden einfach eine Geschichte machen. Erzählt euren potentiellen Followern was ihr vorhabt, womit ihr bereits Erfolg hattet und auch die ganzen Pannen und Peinlichkeiten, die jedem passieren, der auf dem Weg nach oben ist. Immer wenn etwas passiert, von dem ihr glaubt, dass es andere Leute interessieren oder bespaßen könnte, macht ihr ein Foto oder ein kurzes Video. Schreibt einen kurzen Text dazu und ladet es hoch, wohin auch immer. Das gleiche gilt für Tipps, die anderen dabei helfen ebenfalls vorwärts zu kommen. Sowas kommt immer gut an.

Für diese Art von Geschichte empfehle ich Instagram und Twitter. Diese Social Media Plattformen funktionieren wie eine Art Micro-Blog oder Tagebuch. Damit ihr nicht völlig abhängig von diesen Plattformen werdet, solltet ihr zusätzlich einen richtigen Blog haben. Erzählt die detaillierte Langversion auf eurer eigenen Webseite und auf Social Media nur die Kurzversion. Packt einen Link zu eurem Blog in euer Social Media Profil und erzählt den Leuten, dass sie dort die ausführliche Version der Geschichte lesen können. Damit lockt ihr sie zum richtigen Ort.

YouTube könnt ihr auch als Mikro-Blog verwenden, aber das Drehen und Schneiden von Videos ist natürlich aufwändiger als kurze Texte und Bilder zu posten.

Was ihr auch machen könnt, ist auf Instagram einen zweiten Account einzurichten, der nur als kleine Kunstgalerie oder als eine Art elektronische Visitenkarte gilt. Dort veröffentlicht ihr nur Bilder von euren Kunstwerken, sonst nichts. Zeigt auf diesem Account maximal 9 Werke, damit es gut aussieht. Nutzt ihn aber keinesfalls für den Aufbau von Followern. Wenn die Leute eure besten Werke in maximaler Auflösung sehen möchten, sollen sie gefälligst eure Webseite, eine ausstellende Galerie – oder noch besser – euren Online-Shop besuchen. Der Zweit-Account ist nur eine Visitenkarte, sonst nichts.

DIE BESTEN SOCIAL MEDIA PLATTFORMEN FÜR EINIGERMASSEN ERFOLGREICHE KÜNSTLER

Habt ihr schon ein paar Wettbewerbe gewonnen oder in Galerien ausgestellt, erzählt ihr auf Social Media eine andere Geschichte. Sie handelt von euren Werken und was euch dazu bewogen hat sie so zu gestalten wie sie sind.

Welche Social Media Plattform ihr für diese Geschichte wählt, hängt von der Art eurer Kunstwerke ab. 

Mit Comics, Mangas und Animes seid ihr auf Tik Tok goldrichtig, weil sich dort ein sehr junges Publikum aufhält. 

Auf Webtoon und Tapas könnt ihr eure Comics nicht nur zeigen, sondern auch gestalten.

Concept Art, digitale Illustrationen, Charakterdesign und 3D funktionieren auf Artstation und Talenthouse recht gut. Die Leute von DeviantArt haben jahrelang erfolgreich ihre Besucher mit blödsinnigen Hausregeln vergrault, man scheint dort aber lernfähig zu sein. Einen Versuch ist diese Plattform, die ich früher sehr gern mochte, immer noch wert.

Könnt ihr auf diesen Plattformen wirklich viele Anhänger sammeln, kommt eventuell auch Patreon in Frage. Dort könnt ihr euren treuesten Fans Insiderwissen oder besondere Kunstwerke gegen Geld anbieten. Eigentlich eine gute Sache, aber die Conversion-Rate ist extrem schlecht. Von 10.000 Menschen abonnieren euch allerhöchstens einer oder zwei auf Patreon.

Eine weitere Möglichkeit ist Pinterest. Die Leute dort interessieren sich nicht für No-Names, aber als fortgeschrittene Künstler findet ihr dort ein extrem kaufkräftiges Publikum. Ihr könnt eure Beiträge in Boards zusammenfassen und sogar in den Boards anderer Mitglieder speichern. Dort bleiben sie, so lange sie nicht explizit gelöscht werden. In jedem Beitrag könnt ihr einen Link zu eurem Shop oder zu Patreon einbauen, wodurch sich Pinterest ebenfalls zum Geld verdienen eignet.

DIE BESTEN SOCIAL MEDIA PLATTFORMEN FÜR INTERNATIONAL EXTREM ERFOLGREICHE KÜNSTLER

Du bist Mick Jagger, Kim Kardashian oder Harrison Ford? Toll, dass ihr meinen Blog gefunden habt 😀

Künstler dieser Größenordnung kümmern sich normalerweise nicht selbst um Social Media. Dafür gibt es Agenturen.

Ich möchte euch trotzdem das Instagram-Profil eines bekannten Schauspielers vorstellen, damit ihr seht wie die Social Media Plattformen wirklich funktionieren und welche Tipps der zahlreichen Gurus und Tippgeber im Internet ihr bedenkenlos ignorieren könnt.

Braucht ihr wirklich ein perfekt gestyltes Profil mit extrem hochwertigen Fotos, um auf Instagram erfolgreich zu sein? 

Habt ihr die Verfilmung des Stephen King-Romans “Es” im Kino gesehen, kennt ihr Jaeden Martell. Er spielte die Rolle des Bill Denbrough und erlangte damit Weltruhm.

Außerdem besitzt eben dieser Jaeden Martell das – mit Verlaub gesagt – so ziemlich hässlichste Instagram-Profil, das mir jemals untergekommen ist. Ihr seht dort einen wilden Mix aus Familienfotos, Grafiken, politischen Zitaten und dazwischen immer wieder mal Szenen aus seinen Filmen oder seine Auftritte auf Pressekonferenzen.

Jedem Marketing-Guru dreht sich bei diesem Profil dreimal der Magen um. Martell macht sich nicht die Mühe seine Bilder nachzubearbeiten oder Fotofilter darüber zu legen, damit sie hübsch aussehen. Sein Profilbild sieht aus als wäre er gerade aus dem Bett gekrochen.

Hashtags benutzt er nur, wenn er Lust dazu hat. Es gibt auch sonst keine Hinweise, dass er wenigstens versucht den Instagram-Algorithmus so zu steuern, dass seine Beiträge besser verbreitet und eventuell auf der Explore-Page gezeigt werden.

Trotzdem hat er 3,8 Millionen Follower und jeder einzelne seiner Beiträge landet sofort auf der Explore-Page. Vor allem junge Mädchen liken und kommentieren seine Beiträge zu tausenden.

An Martells Profil seht ihr, dass es besser ist als bereits erfolgreicher Künstler die Welt der Social Media Plattformen zu betreten. Stellt eure Bilder in bekannten Galerien aus, präsentiert eure Musik auf Live-Bühnen, gewinnt Wettbewerbe oder schafft es irgendwie in einem bekannten Kinofilm mitzuspielen. Achtet auch darauf, dass euch die Presse stets wohlgesonnen ist.

Kriegt ihr das hin, fangen die Leute von selbst an euch auf Google oder in den sozialen Netzwerken zu suchen. Ihr müsst euch nicht darum kümmern Follower aufzubauen oder einen sogar für Fachinformatiker undurchschaubaren Algorithmus zu beglücken.

Ihr dürft dann sogar die oft sehr strengen Hausregeln der Social Media Plattformen nach Herzenslust missachten. Vor einiger Zeit geisterte ein Artikel durch die Medien, in dem aufgedeckt wurde, dass Prominente jeglicher Art Inhalte veröffentlichen dürfen, die bei normalen Nutzern sofort gelöscht würden. Verantwortlich dafür ist ein Programm namens XCheck, das die Promis auf eine Whitelist setzt und somit von den üblichen Kontrollen ausnimmt.

Konzentriert euch auf eure Kunst und auf den Aufbau eures Markennamens in der realen Welt. Dann läuft das Geschäft auf Social Media wie von selbst und ihr müsst nicht mehr nach Blogbeiträgen zum Thema Die besten Social Media Plattformen für Künstler googeln.

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